AWS EKS Exit: Managed Kubernetes in Deutschland — Kosten & DSGVO
Was EKS wirklich kostet — Control Plane, NAT, Egress, Support — und woran DSGVO-Audits sich stoßen. Die Rechnung für einen dedizierten Kubernetes-Cluster in Deutschland, ab 199 €/Monat.

Der EKS-Preis, den alle zitieren, lautet 0,10 $ pro Stunde — rund 73 $ im Monat pro Cluster. Es ist zugleich die günstigste Position der Rechnung. Teuer sind die Positionen, die niemand eingeplant hat: NAT-Gateways, die Geld kosten, bevor ein einziges Byte fließt, Egress zu effektiv 0,135 $ pro GB, Load Balancer — und ein Support-Tier, das als Prozentsatz von allem anderen berechnet wird. Dazu die Frage, welches Recht für Ihre Nutzerdaten gilt, und „EKS ist günstig“ verdient einen zweiten Blick.
Dieser Artikel macht zwei Dinge: Er zeigt die reale Rechnung eines typischen Mittelstands-Setups auf EKS — und was ein dedizierter Kubernetes-Cluster in Deutschland ändert, in Euro und in Punkto Rechtssicherheit. Und, ganz ehrlich: wann EKS die richtige Wahl bleibt.
Was EKS wirklich kostet: die Rechnung, die niemand budgetiert
Listenpreise, eu-central-1, On-Demand, Stand Mitte 2026. Ein bescheidenes Produktions-Setup — ein Cluster, sechs Worker-Nodes (4 vCPU/16 GB) über drei Availability Zones, ein Load Balancer, 5 TB Egress pro Monat:
EKS Control Plane: 73 $/Monat
6 Worker-Nodes (On-Demand): ~900 $/Monat
3 NAT-Gateways (je AZ eins): ~99 $/Monat + 0,045 $/GB Traffic
Application Load Balancer: ~30 $/Monat
Egress, 5 TB: ~450 $/Monat (plus NAT-Traffic aus privaten Subnetzen)
Business-Support (10 %): ~150 $/Monat
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SUMME: ~1.700 $/Monat ≈ 20.000 $/Jahr — für einen bescheidenen Cluster
Drei Eigenschaften dieser Rechnung sind wichtiger als die Summe. Erstens: Sie skaliert mit der Nutzung, ohne dass Sie sie deckeln können — jedes GB nach draußen, jedes Byte NAT-Traffic, jeder zusätzliche Cluster (je 73 $) verändert sie. Zweitens: Die Hälfte der Positionen existiert nur wegen der Hyperscaler-Architektur — NAT-Gateways und Cross-AZ-Traffic lösen Probleme, die dedizierte Infrastruktur gar nicht hat. Drittens: Staging und Dev multiplizieren alles — drei Umgebungen heißt drei Control Planes und oft drei Sätze NAT-Gateways.
Nichts davon ist versteckt. Es steht alles auf der Preisseite — oder genauer verteilt über fünf davon. Das Muster ist dasselbe, das wir für S3-Egress dokumentiert haben: Die Plattform ist günstig im Einstieg und teuer im Gebrauch.
Die Jurisdiktions-Frage, die DSGVO-Audits wirklich stellen
Die Region Frankfurt hält Ihre Daten geografisch in Deutschland. Rechtlich bleibt AWS ein US-Unternehmen, und der US CLOUD Act verpflichtet US-Anbieter, Daten auf rechtmäßige Anordnung herauszugeben — unabhängig davon, wo sie physisch liegen. Für viele Unternehmen ist dieses Restrisiko akzeptabel und dokumentierbar. Für Unternehmen im KRITIS-Anwendungsbereich, in DiGA/Healthcare oder mit strengen Kunden- und Betriebsratsvorgaben ist „die AWS-Region liegt in Frankfurt“ regelmäßig die Antwort, die im Audit durchfällt.
AWS selbst räumt die Lücke ein — genau dafür gibt es die European-Sovereign-Cloud-Initiative. Ob ein vom Hyperscaler betriebenes Souveränitäts-Angebot Ihre Auditoren überzeugt, sollten Sie mit ihnen klären, bevor Sie darauf bauen. Ein dedizierter Cluster, betrieben von einem deutschen Unternehmen unter deutschem Recht, beantwortet die Frage strukturell: Es gibt keinen US-Mutterkonzern in der Kontrollkette.
Wofür nutzen Sie EKS eigentlich?
Eine ehrliche Inventurfrage. EKS verdient seinen Preis, wenn Sie das gesamte Ökosystem nutzen: IAM-integrierte Service Accounts, Burst-Skalierung mit Karpenter, Lambda und SQS in den Workloads, Multi-Region-Failover. Wenn das Ihr Setup ist, bringt der Aufpreis lohnende Fähigkeiten.
Die meisten Mittelstands-Umgebungen, die wir auditieren, nutzen einen Bruchteil davon: einen Cluster, einen Ingress, eine Container-Registry, Prometheus und eine CI/CD-Pipeline. Vanilla Kubernetes — das auf dedizierter Hardware identisch läuft, nur mit Fixpreis statt Überraschung am Ende des Monats.

Die Alternative: dedizierter Cluster in Deutschland, fester Preis
Dediziertes Kubernetes in unserem Frankfurter Rechenzentrum: isolierte VLANs, optional exklusiv reservierte Hardware, Vanilla Kubernetes auf offenen Standards. Drei Betriebsmodelle, alle netto, alle fest pro Monat:
- KubeCore Root (Self-Managed): dedizierter Drei-Node-Cluster mit vollem Root-Zugriff — ab 100 €/Monat, Preis nach Ressourcen.
- Smart Managed: Updates, Monitoring und Best Practices übernehmen wir — ab 199 €/Monat für einen Drei-Node-Cluster.
- Enterprise Managed 24/7: SLA, Incident Response, Backups, Betriebsverantwortung — hochindividuell, aktuell ab 350 € netto/Monat.
Kein Egress-Zähler, keine NAT-Gateways, keine Gebühr pro Cluster, kein Support-Prozentsatz. Der Tausch, ehrlich benannt: Sie geben minutenschnelle Burst-Skalierung auf (Hardware skaliert in Tagen, nicht Minuten) und die tiefen AWS-Integrationen. Sie bekommen eine feste Zahl, mit der Ihr CFO planen kann, und eine Plattform, die Sie jederzeit umziehen können — der vollständige Vergleich steht auf unserer Managed-Kubernetes-Seite.
Wie die Migration abläuft
Vanilla Kubernetes auf beiden Seiten macht daraus einen geplanten Umzug, keinen Rewrite: Manifeste, Helm-Charts und Registries ziehen unverändert um. Workloads migrieren Namespace für Namespace, EKS bleibt als Fallback; DNS-Cutover pro Dienst; die EKS-Rechnung endet, wenn der letzte Namespace validiert ist. Für Umgebungen mit AWS-spezifischen Features (IAM Roles for Service Accounts, ALB-Ingress-Annotationen, EBS-Storage-Classes) mappt das Assessment jede Abhängigkeit auf ein Open-Source-Äquivalent, bevor irgendetwas umzieht. Typische Bearbeitungsdauer für den Mittelstand: zwei bis vier Wochen, gestaffelt.
Wann EKS die richtige Wahl bleibt
Wir reden Ihnen keine Plattform aus, die passt. Bleiben Sie, wenn:
- Ihre Workloads wirklich bursten — Batch-Jobs oder Lastspitzen, die für Stunden Hunderte Cores brauchen und danach nichts. Elastische Kapazität ist genau das, wofür Hyperscaler da sind.
- Sie tief im AWS-Ökosystem investiert sind — IAM, Lambda, SQS, DynamoDB in der Plattform verdrahtet. Das aufzudröseln kostet mehr als die Rechnung.
- Ihre Compliance-Anforderungen durch AWS-Nachweise erfüllt sind und Ihre Auditoren sie akzeptieren. Dann ist Jurisdiktion nicht Ihr Problem.
Die Rechnung kippt, wenn Dauerlast-Workloads elastische Preise zahlen, wenn Egress zur Zeile wird, nach der Ihr CFO fragt — oder wenn ein Audit den Datenstandort zur harten Anforderung macht.
Häufige Fragen
Was kostet EKS wirklich pro Monat?
Die Control Plane kostet 73 $/Monat pro Cluster — aber ein realistisches, bescheidenes Produktions-Setup mit Nodes, NAT, Load Balancer, Egress und Support landet bei rund 1.700 $/Monat. Die Summe hängt stark von Egress-Volumen und Anzahl der Umgebungen ab.
Ist EKS DSGVO-konform?
AWS liefert den üblichen Vertragsrahmen, und viele Datenschutzbeauftragte akzeptieren ihn. Der offene Punkt ist der US CLOUD Act: Als US-Anbieter kann AWS zur Datenherausgabe verpflichtet werden, unabhängig von der Region. Ob dieses Restrisiko Ihr Audit besteht, hängt von Branche und Auditoren ab.
Können wir EKS verlassen, ohne unsere Anwendungen umzuschreiben?
Wenn Ihre Workloads Standard-Kubernetes sind — Deployments, Ingresses, Helm-Charts — ja: Sie laufen unverändert auf jedem konformen Cluster. AWS-spezifische Integrationen (IAM Service Accounts, ALB-Annotationen) brauchen ein Mapping auf Open-Source-Äquivalente; das ist Assessment-Arbeit, kein Rewrite.
Was kostet ein dedizierter Cluster in Deutschland?
Ab 100 €/Monat self-managed und ab 199 €/Monat managed für einen Drei-Node-Cluster, Preis nach Ressourcen — fest pro Monat, ohne Egress-Zähler. Ein Festpreis-Angebot braucht ein Assessment-Gespräch.
Ist ein dedizierter Cluster so zuverlässig wie EKS?
Mit drei Nodes auf isolierter Infrastruktur, HA und überwachtem Betrieb bekommen Sie im Enterprise-Modell ein 99,9-%-SLA. Was Sie nicht bekommen, ist Elastizität im AWS-Maßstab — das ist der ehrliche Tausch.
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